Burchard von Monte Sion

Biographie und erste vollständige Edition seiner Beschreibungen des Heiligen Landes (um 1285) samt deutscher Übersetzung.

In Arbeit:

Die “Descriptio Terrae sanctae”, die der deutsche Dominikaner Burchard von Monte Sion gegen 1285 verfasste, steht mit ihrem Versuch einer präzisen Landesaufnahme des Heiligen Landes (nach heutigem Verständnis Palästinas, Israels sowie Teilen Syriens, Libanons, Kleinasiens und Ägyptens) für das gesamte Mittelalter einzigartig dar und erschien bis weit ins 16. Jahrhundert hinein auch gedruckt.

Die “Descriptio” ist in einer längeren und einer kürzeren Version überliefert. Die ungewöhnlich hohe Anzahl erhaltener Handschriften - von der Langfassung 60, von der Kurzfassung 30 - belegt das hohe Ansehen, das die 'Descriptio' bis in die Neuzeit genoss. Beide liegen bislang in unzureichenden modernen Drucken vor. Sie alle wurden au den entsprechenden Archiven und Bibliotheken inzwischen in Kopien beschafft und für die überfällige Neuedition ausgewertet.

Die bisherige Edition der Langfassung war von Johann Carl Moritz Laurent 1864 (2. Auflage von 1873) im wesentlichen auf der Grundlage einer einzigen Hamburger Handschrift (und deren Abschrift des 16. Jahrhunderts) erstellt worden. Die Kurzfassung druckte Heinrich Canisius (Ingolstadt 1604, wieder abgedruckt von Basnage, Amsterdam 1725) nach einer heute verschollenen Regensburger Handschrift. Beiden Editionen fehlen entscheidende Textpassagen; vgl. Ekkehart Rotter, Windrose statt Landkarte, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Bd. 69 (2013).